1. Oktober 2011
Erfolge
In dieser Rubrik möchte ich Ihnen nur einige Fälle aus meiner mittlerweile sechsjährigen lerntherapeutischen Arbeit stichwortartig darlegen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich hier keine Namen nenne.
1. Fall
Junge, 9 Jahre, mittlerweile Gymnasiast in Klasse 7. Der Junge wurde mir Ende der dritten Grundschulklasse vorgestellt, da er massive Schwierigkeiten mit der deutschen Rechtschreibung hatte. Diese äußerten sich darin, dass er ähnlich klingende Laute verwechselte, in Diktaten oft Lücken ließ, weil er sich die Worte nicht merken konnte, etc. Nach Testung der Rechtschreibleistung und Wahrnehmungsfunktionen (auditiv und visuell) stellte ich eine Schwäche der auditiven Wahrnehmung fest. Es wurde ein Rechtschreibtraining vereinbart, dass kombiniert wurde mit einem Training für die auditiven Funktionen. Dieses wurde mit Audiva durchgeführt. Nach etwa sechs Wochen zeigten sich bereits deutliche Verbesserungen in der Rechtschreibung. Die nächste Deutscharbeit wurde mit einer 2 bewertet :-) statt wie bisher mit 4 oder 5.
2. Fall
Junge, 8 Jahre, 2. Grundschulklasse einer Förderschule. Der Junge kam zu mir, weil er massive Probleme in der Rechtschreibung hatte. Ärztlicheseits wurde bereits eine auditive Verarbeitungsschwäche festgestellt. Mit dem Jungen wurde ein gezieltes Rechtschreibtraining kombiniert mit Übungen zur auditiven Wahrnehmungsförderung durchgeführt. Weil außerdem visuelle Wahrnehmungsschwäche vorlag, wurde auch hieran gearbeitet. Nach eineinhalb Jahren konnte der Junge die Förderschule verlassen und eine Regelschule besuchen :-)
3. Fall
Junge Frau, 24 Jahre, auf Jobsuche. Die Frau hatte bereits als Kind Schwierigkeiten beim Rechnen. Sie konnte kaum Addieren und Subtrahieren ohne die Finger zur Hilfe zu nehmen, das Multiplizieren funktionierte nur mangelhaft, Dividieren konnte sie so gut wie gar nicht. Nach etwa 8wöchiger Übungszeit war sie fit für den Einstellungstest :-)
4. Fall
Junge, 9 Jahre mit Rechtschreibproblematik und ärztlich diagnostizierter auditiver Wahrnehmungsschwäche. Eine einjährige logopädische Behandlung ging voraus, ebenso diverse Nachhilfen. Nach ca. 12wöchigem Training der Hörwahrnehmung mit Audiva und anderen Übungen sowie einem Rechtschreibtraining verbesserten sich die Deutschnoten um eine Note.
Dies sind nur einige Beispiele dafür, dass eine Lerntherapie oder gezielte Förderung durchaus Sinn macht und oft bessere Erfolge erzielt als eine Nachhilfe.
Dennoch gibt es natürlich auch immer wieder Fälle, in denen eine Lerntherapie an ihre Grenzen stößt. Dies kann u. a. der Fall sein, wenn zusätzlich psychische Probleme oder Erkrankungen vorliegen oder wenn das Kind in der Schule schlicht überfordert ist. In letzteren Fällen erzielt man oft gute Erfolge dadurch, dass man eine Klasse wiederholt oder einfach die Schule wechselt, z. B. vom Gymnasium auf eine Realschule oder Gesamtschule wechselt.